Gewalt an Frauen in Spandau

Franziska Milata von Eulalia Eigensinn e.V.(links im Bild) im Gespräch mit unseren Mitgliedern.
Franziska Milata von Eulalia Eigensinn e.V.(links im Bild) im Gespräch mit unseren Mitgliedern.

Ein bewegender Austausch mit Eulalia Eigensinn e.V.

Am 3. März haben wir unsere Bezirksgruppe dem Thema „Gewalt an Frauen am Beispiel Spandau“ gewidmet. Zu Gast in unserer Kreisgeschäftsstelle war die Geschäftsführerin des Frauenzentrums Eulalia Eigensinn e.V. – Franziska Milata (links im Bild). Schon im Gespräch wurde schnell spürbar, wie viel Herzblut das Team von Eulalia Eigensinn e.V. in ihre Arbeit steckt und wie hoch der Bedarf auf der Seite der Betroffenen ist. Es wurde deutlich, dass soziale Projekte weiter und stärker unterstützt sowie sichtbarer gemacht werden müssen.

Spandau hat rund 250.000 Einwohner*innen und die höchste Quote häuslicher Gewalt in Berlin – etwa 40 % über dem Berliner Durchschnitt. Dies betrifft zumeist Frauen und Kinder.

Eulalia Eigensinn e.V. ist seit 1987 als Frauenzentrum in Spandau aktiv. Das Team bietet Fachberatung zu häuslicher Gewalt, längerfristige psychosoziale Begleitung, traumasensible Angebote für Kinder sowie ein Netzwerk für geflüchtete Frauen mit Gewalterfahrungen an. Das Angebot ist dabei mehrsprachig, niedrigschwellig und begleitet viele Frauen über Monate. In Berlin stehen derzeit nur 521 Schutzplätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen zur Verfügung, benötigt würden mindestens 900. Viele Frauen finden trotz akuter Gefahr keinen Platz. Taxifahrten in Schutzunterkünfte, kurzfristige Unterbringung oder das Nötigste nach einer notwendigen Flucht können aus Projektmitteln oft nicht finanziert werden – hier ist Eulalia Eigensinn e.V. auf Spenden angewiesen.

Deutlich wurde auch, welche Hürden es in dem System gibt: Nach einer Trennungen werden Frauen und Kinder von Jugendämtern und Familiengerichten häufig sehr schnell wieder an einen Tisch mit den gewaltausübenden Ex-Partnern gedrängt, unbegleitete Umgänge empfohlen, ohne dass Täterarbeit oder klare Auflagen verbindlich sind. Das erhöht das Risiko von Retraumatisierungen, bis hin zu möglichen Femiziden.

Einige zentrale Punkte aus dem Austausch:

  • Spandau hat eine überdurchschnittlich hohe Quote häuslicher Gewalt und gleichzeitig hohe soziale Belastungen.
  • Schutzplätze und Beratungsangebote reichen nicht aus, insbesondere für Frauen mit Kindern und geflüchtete Frauen.
  • Beratungsstellen wie Eulalia Eigensinn e.V. brauchen verlässliche Finanzierung, inklusive Sprachmittlung.
  • Jugendämter und Familiengerichte müssen Opferschutz konsequent Vorrang vor Umgangswünschen der Täter geben.
  • Die Istanbul-Konvention und das Gewalthilfegesetz müssen auf Landes- und Bezirksebene konsequent umgesetzt werden.

Wichtig ist, dass dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt. Wir werden uns auch in zukünftigen Veranstaltungen für die Unterstützung dieser und weiterer Institutionen stark machen. Wenn ihr Eulalia Eigensinn e.V. unterstützen wollt, stehen unter diesem Beitrag die Spendenkontakt-Daten.

Solltest du betroffen sein, zögere nicht das Angebot wahrzunehmen.

Im Rahmen unseres Aktionsmärz haben wir auch vor dem Spandauer Rathaus auf Femizide aufmerksam gemacht: Mit 29 symbolischen Grabsteinen und roten Handabdrücken haben wir der Frauen gedacht, die 2024 in Berlin im privaten Umfeld getötet wurden, nur weil sie Frauen sind.

Unser Ziel hier: Gedenken, Sichtbarkeit schaffen, die Diskussion um Gewalt aus der Tabuzone holen und mehr Prävention sowie Hilfsangebote einfordern. Den Beitrag zur Aktion findet ihr hier: https://www.instagram.com/reel/DVog6UwDBzg/?igsh=OHN3YWh4b3lsdHNx.

Spendenkontakt-Information Eulalia Eigensinn e.V.:
Eulalia Eigensinn e.V.
IBAN: DE52 3702 0500 0003 07 72 00
Verwendungszweck: „Spende für Vereinsarbeit“

Weiterführende Informationen: