Stadtsauberkeit beginnt mit Verantwortung
Eine saubere Stadt ist weit mehr als eine Frage der Optik. Achtlos weggeworfener Müll belastet Böden und Gewässer, Plastik wird zu Mikroplastik und Zigarettenkippen setzen Schadstoffe frei. Wer unsere Umwelt schützt, schützt auch die Lebensqualität in unserem Bezirk. Berlin hat ein Abfallproblem. Spandau steht zwar besser da als viele andere Bezirke, doch auch hier zeigt die Entwicklung in die falsche Richtung. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen. Dabei müssen wir zwischen illegaler Müllentsorgung und „Littering“ unterscheiden.
Regeln müssen gelten
Illegale Müllablagerungen sind Straftaten. Die Bußgelder sind hoch – entscheidend ist aber, dass Verstöße auch geahndet werden.
„Littering“ ist das achtlose Wegwerfen von kleinen Abfällen im öffentlichen Raum – hier braucht es mehr Kontrollen. Eine weggeworfene Zigarettenkippe kann bereits heute mit bis zu 250 Euro Bußgeld geahndet werden. Solche Sanktionen wirken aber nur, wenn sie auch konsequent durchgesetzt werden. Kontrollen allein sind allerdings bei weitem nicht ausreichend.
Sauberkeit geht uns alle an
Menschen müssen ihren Müll unkompliziert entsorgen können. Dafür brauchen wir ausreichend öffentliche Mülleimer mit flexiblen Leerungen – etwa nach stark besuchten Wochenenden in unseren Parks. Gleichzeitig müssen wir die BSR stärken und sie in die Lage versetzen, auf Belastungsspitzen schnell zu reagieren.
Ebenso wichtig ist das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. Eine Studie der HU Berlin und der BSR zeigt, dass Gleichgültigkeit die häufigste Ursache für Littering ist. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Viele Vereine und Initiativen haben zunehmend Probleme, Menschen zu finden, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Unsere Demokratie lebt aber davon, dass Menschen sich für ihr Umfeld engagieren – in Vereinen, der Nachbarschaft oder der Kommunalpolitik. Wer bereit ist Verantwortung zu übernehmen, trägt auch zu einer sauberen Stadt bei.
Das Problem heißt Abfall
Noch besser ist es jedoch, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Mehrweg muss im Alltag zur einfachsten und günstigsten Wahl werden. Deshalb sollten wir die Mehrwegangebotspflicht konsequenter kontrollieren und zusätzliche Anreize schaffen, das Angebot auch zu nutzen. Denn die nachhaltigste Verpackung und das nachhaltigste Produkt sind oft diejenigen, die gar nicht neu produziert werden müssen.
Stadtsauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie gelingt mit einer starken öffentlichen Infrastruktur, klaren Regeln und Menschen, die Verantwortung für ihren Kiez übernehmen.
Dieser Artikel unseres Stadtrats-Kandidaten Philipp Freisleben ist am 1. September 2026 als Gastbeitrag im „Falkenhagener Express“ erschienen.